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Die Kanareninsel La Palma aus amateurastronomischer Sicht
(veröffentlicht in Sterne und Weltraum 7/1996, S. 580 ff.)
Nur wenige Stunden Flugdauer genügen, um unseren meist bewölkten, oder vom Licht der Städte aufgehellten Himmel für einige Nächte entfliehen zu können.
Neben Südspanien sind auch die Kanarischen Inseln geeignete Ziele für einen erfolgreichen Astrourlaub.
Die kanarischen Inseln sind zwar mittlerweile das Ziel vieler Pauschalurlauber geworden, trotzdem bieten die Kanaren vor allem Teneriffa und La Palma abseits
der Hotelburgen einen überwältigenden Hochgebirgshimmel mit einer Grenzgröße für das bloße Auge von 6 mag und mehr. Neben Teneriffa, wo man im
Nationalpark “Las Canadas” sehr gute Beobachtungsbedingungen vorfindet, bietet sich vor allem die Insel La Palma als Ziel für amateurastronomische Aktivitäten an.
Diese Insel hat im Vergleich mit Teneriffa weniger Einwohner, ist aber auch touristisch weniger erschlossen und auch die Auflagen bezüglich der nächtlichen
Beleuchtung wegen des weltbekannten Observatoriums auf dem “Roque de los Muchachos” tun ein übriges, um die Insel zu einem amateurastronomisch interessantem Ziel zu machen.
Während meines Astrourlaubs vom 20. September bis zum 4. Oktober 1995 konnte ich mich selbst von den phantastischen Himmel überzeugen. Als
besonders beeindruckend empfand ich den Skorpion, der hier als Folge der geographischen Breite von nur 28°5 vollständig am Himmel zu sehen ist.
Großartig ist auch der Anblick der den ganzen Himmel umspannenden Milchstraße mit unzähligen mit bloßem Auge sichtbaren Nebeln und Sternhaufen,
wie dem Lagunennebel M 8, oder den Offenen Sternhaufen M 6 (Schmetterling) und M 7 oder des Skorpionstachels. Das mitgeführte Celestron 8 auf einer
Losmandy G 11 Montierung ermöglichte Beobachtungen, die zu Begeisterung unter unserer Vier-Personen-Astrogruppe führten. Als besondere Juwelen
erwiesen sich auch die filigranen Strukturen in der großen Skulptor-Galaxie NGC 253 oder die Ringstruktur des Helixnebels. Mein Hauptinteresse aber galt der
konventionellen Astrofotografie. Durch gleichzeitigen Einsatz von mindestens drei Kameras konnte ich in dieser Zeit 100 Astroaufnahmen erzielen.
Die besten Beobachtungsbedingungen findet man natürlich auf dem 2426 m hohen Roque de los Muchachos, auf dem sich auch das Observatorium von La
Palma befindet. Auf dem Gelände der Sternwarte darf man sich aber nachts nicht ohne Erlaubnis aufhalten. Wenn man jedoch die Observatoriumsstraße
Richtung Santa Cruz fährt, findet man einige schöne Beobachtungsplätze. Auf dem von Süden nach Norden verlaufenden Berggrat “Cumbre”, der als
Wetterscheide fungiert, gibt es zwar auch schöne Beobachtungsplätze, die aber nicht sehr zu empfehlen sind, da man sich hier oft in den auf der Ostseite häufiger
vorkommenden Wolken, die bis zur “Cumbre” aufsteigen, befindet. Jenseits dieser Barriere, also im Westteil der Insel, findet man daher meistens besseres Wetter.
Unser Domizil für die Urlaubswochen war eine Bungalowanlage im Westteil der Insel, in der Nähe von El Paso, wo wir auch schon gute Beobachtungsbedingungen vorfanden. Hier konnten wir uns von den Fahrten zum
Beobachtungsplatz auf dem Roque de los Muchachos erholen.
Auch aus der Sicht eines Naturliebhabers ist La Palma interessant, findet man hier doch verschiedenste Klima- und Vegetationszonen, das Wanderparadies “Caldera
de Taburiente” (einer der größten Erosionskrater) und nicht zuletzt interessante Vulkane, darunter den Antonio und den Teneguia (Ausbruch 1971). Wir hatten Glück oder Pech, denn es gab keinen Ausbruch...
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