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Die große Sculptorgalaxie NGC 253
oder ein 130mm Refraktor läßt tief blicken
(veröffentlicht im VdS Journal für Astronomie, I/2002, Seite 114 ff.)
Ein absolutes “Muss” für Deep-Sky Fans am Südhimmel ist die sogenannte große Sculptorgalaxie mit der Katalogbezeichnung NGC 253. Neben den bereits mit dem
bloßem Auge beobachtbaren Nachbargalaxien unserer Milchstraße, den Magellanschen Wolken, ist insbesondere die Galaxie NGC 253 ein Highlight des
Südhimmels. Auch mit kleineren Instrumenten offenbart diese helle Galaxie viele Strukturen und kann daher als Beobachtungsobjekt auch für Einsteiger nur empfohlen werden.
Am Nordhimmel ist es die bekannte “Andromedagalaxie (M 31)”, die oft als bevorzugtes Deep-Sky Objekt eingestellt wird, zumal unter Landhimmel auch schon
eine Beobachtung mit bloßem Auge möglich ist. Die Nachbargalaxie ist zudem auch leicht auffindbar über die Sternenkette ß - m - v Andromedae (1). Weitere
interessante Galaxien sind z.B. im Frühjahr die Whirlpool Galaxie (M51 + NGC 5194) oder die schöne Edge-On NGC 4565. Am Südhimmel findet man weitere
beeindruckende Galaxien. Im Sternbild Bildhauer (lat. Sculptor) befindet sich eine 7,6 mag helle Galaxie von der nunmehr die Rede sein soll.
NGC 253 ist eine acht Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie, die u.a. mit NGC 55 und NGC 247 im Walfisch (lat. Cetus) eine gemeinsame Galaxiengruppe bildet (1).
Entdeckt wurde NGC 253, die eine Ausdehnung am Himmel von 20´ x 4´ hat, im Jahre 1783 von Karoline Herschel, einer Schwester von Wilhelm Herschel (1). Die
Klassifizierung der Galaxie ist jedoch schwierig, es handelt sich wahrscheinlich um eine Galaxie vom Typ Sc oder Sbc (2). Der Durchmesser von NGC 253 soll etwa
70.000 Lichtjahre betragen und die Heimat für ca. 4,8 Milliarden Sonnen sein (3). Als mögliche Aufsuchhilfe für die Galaxie kann ß Ceti dienen und von diesem
ausgehend, findet man ca. 4° südlich ein Dreieck von 6 mag Sternen und von hier aus sind es noch 3° weiter südlich bis zu NGC 253 (1). Zusammen mit dem 2° südöstlich
gelegenen Kugelsternhaufen NGC 288, der etwa 30.000 Lichtjahre entfernt ist, bildet NGC 253 ein hübsches Paar. Ein reizvoller Anblick im Fernglas oder einem
kurzbrennweitigen Instrument. Fotografisch interessant ist dieses Paar schon ab 300mm Brennweite, für die fotografische Erfassung von Strukturen in der Galaxie
werden jedoch mindestens 500mm Brennweite benötigt. Fotografisch kommen daher z.B. bereits die bekannten, kleineren Maksutov-Teleobjektive (Russentonnen) MTO 6.3/500mm oder Rubinar 5.6/500mm in Betracht.
Von Mitteleuropa aus kommt die Galaxie, aufgrund der Deklination von -25°17´ (RA 0 h 47,6 m), nie sehr hoch über dem Horizont. Gut beobachtbar ist NGC 253 jedoch
schon von den Kanaren aus. Bei meinem ersten Astrourlaub auf den Kanareninsel La Palma
stand daher NGC 253 als Wunschobjekt auf dem Beobachtungsplan (4). Diese erste Beobachtung unter guten Bedingungen war dann auch sehr beeindruckend.
Das Celestron 8 (200/2.000mm SC) zeigte eine helle, strukturreiche Galaxie. Im Jahre 1997 ging es dann nach Namibia
und unter dem dunklen, phantastisch klaren Himmel, fast im Zenit stehend, war die Galaxie bereits im 6 x 30 Sucher ein längliches Objekt.
Mit dem Celestron 5 (125/1.250mm SC) sowie einem eudiaskopischen 30mm (42fach) und einem LV 10mm (125fach) Okular zeigte sich, trotz der relativ kleinen Öffnung
eine längliche Galaxie (ca. 5:1) die deutlich strukturiert erschien (5).
Bei meinem Namibiaaufenthalt im Jahre 2000 konnte ich dann mit meinem StarFire 130 EDF (130/780mm) Refraktor schöne Aufnahmen gewinnen. Besonders
interessant ist hierbei, dank des im roten Spektralbereich sehr empfindlichen Kodak E 200 Prof Filmmaterials, dass auf den Aufnahmen u.a. auch Emissionsnebel (H II) in NGC 253 zu erkennen sind.
Literaturhinweise:
(1) Deep-Sky Reiseführer, Ronald Stoyan, Oculum Verlag
(2) Praxis der Astronomie, Agnes Acker, Birkhäuser/Springer Verlag
(3) The Night Sky Observer`s Guide, Willmann-Bell Inc., Volume I (Autumn & Winter)
(
4) Die Kanareninsel La Palma aus amateurastronomischer Sicht, SuW 7/96, S. 580 ff.
(5) Namibia - Astronomie unter dem Kreuz des Südens, VdS Journal 1999, S. 80 ff.
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